Monday, October 04, 2010

Writing Exercise 08: A Photo As Inspiration

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(Note: This is a unit of "Schreibaufgabe.de")

THE CHALLENGE
There are many possibilities to set ideas and creativity in motion. One is to use a picture.













Write 1000 words to this picture. If you don't have any ideas, start with a description and then go with the flow. It doesn't matter, if the outcome is a story or not.
After finishing your text, wait for at least two days. Then edit your text and mark the lines you like. Ignore the parts you don't like.

MY OUTCOME
I needed a while to get into the right writing mood for this. When I'd found my plot idea, the words fell very easily into place. With surprise I registered, after 1066 words (in the German draft), I just had written the intro to the story I had in mind. I hope you enjoy reading the beginning.

Note: I haven't had the time for translation yet, but when I started the first lines I registered that there is a lot of medieval related vocabulary I had to look up to! So, for the moment just the German version.

Corin und die Burgverschwörung
Man schrieb das Jahr 1219 als die Burg oben auf dem Berg fertig gestellt worden war. Seit dem thronte sie herrschaftlich über der Ansiedlung zu ihren Füßen. Viele Menschengenerationen kamen und gingen. Bis auf den Dom, der erst viele, viele Jahre später erbaut worden war, wurden auch die meisten Häuser zerstört und wieder aufgebaut. Während also die Burg im Laufe der Jahrhunderte Veränderung über Veränderung von dort oben zu sehen bekam, hatten die Menschen zu ihren Füßen einen ganz anderen Eindruck. Wenn sie nach oben sahen war da die Burg, stark, majestätisch, unveränderlich. Sie war schon da gewesen als sie geboren wurden und sie würde auch noch lange nach ihrem Tod da sein.

Genauso empfand Corin. Die Burg war nunmehr seit fast 17 Jahren ein Teil ihrer Heimatstadt. Aber da war noch viel mehr. Da war diese seltsame Anziehungskraft. Jedes Mal, wenn sie zur Schule ging oder mit ihren Freundinnen in der Stadt unterwegs war, fiel ihr Blick hinauf zur Burg. Mit jedem Blick fühlte sie so viel mehr, so ein Ziehen in der Brust, etwas, das sie sich einfach nicht erklären konnte.

Als Corin noch ein Kind war, musste sie lange betteln, bis ihr endlich jemand den Wunsch erfüllte und mit ihr hinauf zur Burg ging. Das Problem waren ihre Eltern oder vielmehr ihre Einstellung. Sie waren der Typ moderner Mensch, für die nur der Fortschritt und die Technik und das Moderne zählten. Mit harter Arbeit in den Modernen Medien hatten sie es zu gewissem Wohlstand gebracht. Und genau das zählte für sie. Alles andere war rückständig, antiquiert, veraltet und somit auch nicht interessant. Die Burg fiel in diese Kategorie.

Das Argument, sie wäre noch zu klein für eine Burgbesichtigung, konnten sie nicht allzu lange verwenden. Spätestens als in Heimatkunde die Geschichte der Burg behandelt wurde und sie einen Schulausflug dorthin machten, konnten Corin's Eltern nichts mehr dagegen sagen. Corin bekam ihren Willen. Nun, nicht ganz. Wie das so ist mit Schulausflügen, man musste genau das tun, was die Lehrer einem sagten und durfte sich auch nur genau das anschauen, was sie für interessant hielten. Alle anderen spannenden Bereiche waren tabu. Somit bekam Corin nur teilweise Einblick in das Leben auf der Burg. Aber es reichte ihr, um zu wissen, dass sie die Burg aus der Nähe noch um Längen interessanter war als aus der Ferne.

Ihre Eltern hatten sie schon früh zur Selbständigkeit erzogen, was auch nötig war, sie waren viel und oft beruflich unterwegs. Sie musste nur ein bisschen mehr Geduld haben und alt genug werden, um noch die lästigen Kindermädchen loszuwerden. Von da an gab es für Corin kein Halten mehr. Das großzügig zugedachte Taschengeld reichte locker für ein Jahresticket zur Burg und so war sie in den letzen Jahren viele Male dort gewesen. Sie hatte jede neue Ausstellung besucht und jeden zugänglichen Winkel erforscht. Bei den seltenen Gelegenheiten des "Offenen Denkmals" konnte sie sogar den einen oder anderen sehnsüchtigen Blick in die sonst versperrten Räume werfen.

Jedes Mal, wenn sie auf der Burg herumschlenderte, stellte sich wieder dieses altvertraute Gefühl ein. Sah sie im Inneren auf die dicken, steinernen Mauern, so gaben diese ihr ein Gefühl der Sicherheit. Die alten, ehrwürdigen Bäume schienen ihr mit ihrem Blätterrauschen alt bekannte Lieder vorzusingen. Und als sie eines Tages die ehemalige Küche der Burg besichtigen konnte, schien ihr Herz ganz besonders aufgeregt zu klopfen. Corin verstand das ganz und gar nicht, waren doch die Gewölbe der Kerker um einiges düsterer und die ausgestellten Folterwerkzeuge um einiges unheimlicher als diese gewöhnliche Küche.

Seit nunmehr ein paar Wochen freute sich Corin besonders auf das bevorstehende Mittelalterfestival. Ein solches hatte sie bisher noch nicht besucht und die Ankündigungen in den Prospekten klangen vielversprechend. Die Rede war von Garküchen, die Fleisch und Fisch, Wurst und Käse an ihre hungrige Kundschaft brachten. Die durstigen Kehlen sollen gelöscht werden mit frisch gebrautem Bier und würzigem Wein. Marketender und Handwerker zeigen ihre Handwerkskunst und bieten Waren, ob nützlich oder nicht, feil. Auch für Unterhaltung wird gesorgt: Gaukler und Musikanten, Feuerspucker und Geschichtenerzähler. Ganze drei Tage sollte das Spektakel Leben aus vergangenen Tagen in die wehrhafte Burg bringen.

Ganz gemäß der Tradition der Zeit wollte sich Corin auch kleiden. Leider kann man heutzutage nur schwer in eine moderne Boutique gehen und einfach so ein Mittelalterkleid kaufen. Sie wollte auch etwas individuelles, ganz nach ihren Vorstellungen haben. Also hatte sie sich im Internet informiert, Schnittmuster bestellt, Stoffe gekauft und viele Stunden an der Nähmaschine verbracht. Nur gut, dass ihre Mutter nicht zu Hause war. Weniger wegen der Spleenigkeit ihrer Tochter, sie hatte schon längst aufgegeben die Interessen ihres Kindes zu verstehen, aber wohl eher wegen den beständigen Flüchen, die Corin während ihrer Näherei von sich gab. So etwas wie Nähen oder Stricken hatte sie nie gelernt, es war einfach nicht nötig gewesen. Aber jetzt wollte sie unbedingt, dass es IHR Kleid war. Es war ihr wichtig!

Tatsächlich, gerade einen Tag vor Beginn des Festivals hatte Corin endlich ihr Kleid fertig! Es war ein Traum in beige-weißem, feinem Leinen, das elegant an ihrem Körper schmiegte. Die langen dunkelroten Fledermausärmeln aus Samt reichten, ebenso wie das Kleid, bis auf den Boden. Besonders stolz war sie auf die raffinierte Schnürung, die ihren zierlichen Busen besonders hübsch zur Geltung brachte. Um das Erscheinungsbild zu vervollständigen hatte sie aus ihrem schulterlangen, hellbraunen Haar eine raffinierte Hochsteckfrisur gezaubert. Die wenigen Perlen im Haar waren ihr einziger Schmuck. Auch auf Schminke hatte sich fast völlig verzichtet. Das war auch gar nicht nötig, ihr natürlicher, jugendlicher Teint schimmerte in freudiger Erwartung auf das Fest. Nur ihre schönen, saphir-blauen Augen hatte sie mit ein wenig schwarzer Wimperntusche betont. Die leichten, aber bequemen Leinenschuhe passten nicht so ganz zum Outfit, aber sie waren unter dem langem Kleid ohnehin nicht zu sehen. Den einzigen Abstrich, den sie der Moderne zugestand, war die kleine Handtasche, die sie mitzunehmen gedenkte, oder vielmehr die kleine Digitalkamera darin. Sie hatte vor, das Ereignis in vielen, wertvollen Bildern festzuhalten, um noch lange danach davon zehren zu können.

Endlich war der große Tag gekommen. Sorgfältig zurechtgemacht, reihte sie sich in die Besucherscharen ein, die alle in Richtung Burg strömten. Den einen oder anderen anerkennenden Blick, den man ihr jetzt schon zuwarf, nahm sie gar nicht wahr. Ihr ganzes Denken war ausschließlich auf das bevorstehende Festival gerichtet. Was würde sie nicht alles erleben? Was sie dann letztendlich tatsächlich erlebte, das hätte sich Corin nicht mal in ihren kühnsten Träumen vorstellen können.

QUESTION
What do you think, shall I continue the story about betrayal, murder and love?
I decided to use Corin's story plot for Exercise 10!

Oh, and btw: There is a wonderful blog, where "a new photo will be posted each day to encourage your mind's eye." Every day of the week has a different theme to write about, like memories, short story, thoughts, etc.: Write With Pictures

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Continue with Exercise 09: Plot Of Plots - A Hero's Journey, Part 1

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